Zustupf für kühlere Sommer
Stiftung Klimarappen unterstützt Haussanierung in Thal
Eine gute Gebäudeisolation spart Energie und senkt die Kosten. Die Umwelt wird geschont, ebenso das Portemonnaie des Hausbesitzers. Die Stiftung Klimarappen hilft, Haussanierungen zu finanzieren. Ein Beispiel aus Thal.
 Bild: Roger Berhalter
Hubert Müggler kommt derzeit bei sich zu Hause kaum zum Arbeiten. Bei dem zuletzt schönen Wetter hat der Dachdecker-Meister aus Thal auswärts alle Hände voll zu tun. Wann immer möglich, kümmert sich Müggler aber um die eigenen vier Wände. «Das ist eine Lückenbüsser-Baustelle», sagt er lachend und zeigt auf sein Haus an der Rheineckerstrasse. Seit ein paar Wochen ist er dabei, das alte Haus seines Urgrossvaters zu sanieren. Die Eternit-Fassade ist bereits verschwunden, jetzt reisst Müggler die Holzverschalung weg, bald wird er die morschen Dachbalken ersetzen und besser isolierte Böden einbauen. «Zuerst wollte ich nur die Fenster erneuern», sagt Müggler. Doch jetzt wird sein Haus schon bald ein komplett neues Dach und eine neue Fassade haben.
Gegen das Denken in Etappen
Dass die Sanierung umfangreicher ausfällt als geplant, dafür ist nicht zuletzt die Stiftung Klimarappen verantwortlich (Kasten). Sie unterstützt Müggler mit mehreren Tausend Franken. «Mit unseren Förderbeiträgen wollen wir Anreize schaffen, um den Renovationszyklus zu beschleunigen», sagt Stefan Haas, Leiter des Gebäudeprogramms der Stiftung Klimarappen. Im Normalfall würden Hausbesitzer nämlich in Etappen sanieren, statt Fassade, Dach und Fenster in einem Schritt zu erneuern. «Diesem Denken wollen wir entgegenwirken», sagt Haas.
Ihre Beiträge berechnet die Stiftung nach Quadratmetern Gebäudehülle sowie nach Material: Je besser die energetische Wirkung der Isolation, desto höher sind die Förderbeiträge. Wer zum Beispiel 100 Quadratmeter Fassade 16 Zentimeter dick isoliert, kann mit mindestens 2000 Franken rechnen. Das Geld fliesst aber nur, wenn Bedingungen erfüllt sind. So muss das zu sanierende Gebäude vor 1990 erstellt worden und mit Öl- oder Gas beheizt sein. Der Hausbesitzer muss mindestens 40 000 Franken investieren sowie mindestens zwei der drei Elemente Dach/Estrichboden, Fenster oder Wand auf einmal erneuern. Die Beiträge gehen nur an neue Projekte – rückwirkend werden keine Gelder verteilt.
Unbürokratischer Prozess
Hubert Müggler informierte sich frühzeitig: «Ich hatte von den Förderbeiträgen gehört und wollte den Bewerbungsprozess mit meinem eigenen Haus einmal durchspielen.» Er liess Wärmebilder der Fassade anfertigen und zog einen Energiefachmann zurate. Die Stiftung Klimarappen reagierte laut Müggler unbürokratisch auf das Gesuch.
«Wir treten mit jedem Gesuchsteller in Kontakt, begleiten die Sanierung und prüfen die Umsetzung der Massnahmen», sagt Stefan Haas. Die gesammelten Erfahrungen will Dachdecker Müggler an Kunden weitergeben, die ebenfalls für Förderbeiträge in Frage kommen. Zunächst freut er sich aber auf die Zeit nach der Sanierung; auf tiefere Ölrechnungen im Winter und kühlere Nächte im Sommer.
Weitere Informationen: Müggler & Co., Dach & Wand, Thal & Rheineck, 071 888 33 66.
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